

Die Stadtwerke Neuwied wollen möglichst viel Energie selbst erzeugen. Seit 2023 beraten wir sie dabei: von der Frage, ob und wie das Engerser Feld für Photovoltaik in Frage kommt, bis zu neuen Angeboten rund um Wärme.

Die Stadtwerke Neuwied (SWN) wollen Strom möglichst vor Ort erzeugen. So wollen sie ihn zu verlässlichen Preisen anbieten und weniger von den Strombörsen abhängen. Bis 2030 sollen 100 Gigawattstunden (GWh) Solarstrom pro Jahr dazukommen. Eine Gigawattstunde sind eine Million Kilowattstunden. Den künftigen Strombedarf in Neuwied schätzen die SWN auf rund 700 GWh im Jahr.
Im März 2023 beauftragte der Stadtrat die SWN mit großer Mehrheit, das Engerser Feld als Standort für Photovoltaik zu prüfen. Das Areal am Rhein ist bis zu 350 Hektar groß und liegt direkt neben Stadtwerk und Betriebshof. Es ist zugleich Vogelschutzgebiet im europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000, teils Trinkwasserschutzgebiet und landwirtschaftlich genutzt.
Noch offen: Ob und in welchem Umfang das Engerser Feld genutzt werden kann, ist nicht entschieden. Das hängt vom Natur-, Wasser- und Planungsrecht ab und von der Zustimmung des Landes.
Auftraggeber sind die Stadtwerke Neuwied. Wir haben die Strategie beraten, Analysen und Konzepte erarbeitet und Abstimmungen zwischen Stadtwerken, Stadt, Politik und Landesbehörden vorbereitet und moderiert. Entscheidungen treffen die SWN und ihre Gremien. Das Mandat verantwortet bei uns Geschäftsführer Felix Rodenjohann.
Ein Solarpark nach Standardmuster kommt im Engerser Feld nicht in Frage. Deshalb steht am Anfang die Frage, ob eine Nutzung überhaupt genehmigungsfähig ist. Dafür haben wir geoökologische Analysen erstellt, also Auswertungen zu Boden, Wasser, Arten und Landschaft. Auf dieser Grundlage stimmen sich die SWN mit den Naturschutzbehörden ab.
Für den Fall, dass eine Nutzung möglich ist, haben wir Gestaltungsprinzipien vorgeschlagen. Dazu gehören biodiversitätsfreundliche Anlagen mit weiten Reihenabständen, ein Biotopverbund zwischen den Teilflächen und schwimmende Photovoltaik auf einem See im Gebiet. Das Engerser Feld soll Naherholungsgebiet bleiben.
Seit 2025 geht es um die Flächen selbst. Wir haben die Flächenkulisse mit den SWN fein abgestimmt, also festgelegt, welche Teilflächen überhaupt in Frage kommen. Ein Projektplan beschreibt die nächsten Schritte gegenüber Landesbehörden und Naturschutzverbänden.
Strom ist nur ein Teil der Strategie. Im Workshop zur Wärmestrategie haben wir mit den SWN analysiert, wie Neuwied heute heizt. Daraus haben wir ein Angebot entwickelt, bei dem die Stadtwerke Planung, Technik, Einbau und Service einer neuen Heizung übernehmen. Die Kundin oder der Kunde zahlt für die Wärme statt für die Anlage. Das Angebot ist mit der kommunalen Wärmeplanung verzahnt.

Wir wollen künftig möglichst viel Energie selbst erzeugen, um sie zu vernünftigen Preisen anbieten zu können.
Stefan Herschbach, Geschäftsführer der Stadtwerke Neuwied, SWN-Blog „10 Punkte für die Energiewende“, 05.04.2024
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